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10. Dezember
Ich würde gern einen Ort schaffen, an dem junge Menschen ihre Talente, Interessen und Fähigkeiten entdecken und ausprobieren können.

Ich bin Felicitas und ehemalige Praktikantin bei den Schwestern der Spirituellen Weggemeinschaft in Dobrac. Vor vier Jahren habe ich meinen Freiwilligendienst hier beendet und in Deutschland begonnen, Soziale Arbeit zu studieren. Mich hat es immer wieder hierhergezogen und nach Abschluss meines Studiums bin ich nun fürs Erste zurückgekehrt. In den letzten Wochen haben wir gemeinsam Ideen entwickelt, wie man die Jugendarbeit hier gestalten kann. Da die jungen Menschen wenige Orte haben, wo sie ihre eigenen Interessen und Ideen überhaupt entdecken und dann auch umsetzen können und somit ihre eigene Persönlichkeit erkunden können, möchte ich so einen Ort schaffen und gestalten. Dabei sollen die Jugendlichen den Platz bekommen, selbst kreativ zu werden und daraus ihren Ort zu machen.

Letzte Woche war die feierliche Eröffnung des „Kreativstudios“ im Kinderhaus – den ehemaligen Therapieraum haben wir umgestaltet, mit Tischen, Nähmaschinen und Regalen für allerlei Material, Stoffe etc. eingerichtet. Die Idee eines offenen Angebots, das ein paar Mal in der Woche steht und von den Jugendlichen frei wahrgenommen werden kann, ist sehr neu hier. Aber langsam tauen sie auf, äußern ihre Wünsche und Ideen. Am zweiten Tag haben die Jungs gleich das Zimmer umgeräumt, zuerst erstaunt darüber, dass sie das dürfen. Sie würden gern die Wände mit Sprüchen und Bildern bemalen, einige Ideen haben sie schon im Internet gesucht, nächste Woche fällen sie eine gemeinsame Entscheidung. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal in die Jugendarbeit einsteige – aber die Jugendlichen haben so viel Potenzial, wenn man ihnen einmal den Freiraum dafür gibt und sie nach ihren Gedanken, Themen und Ideen fragt. Etwas, was hier leider sehr selten passiert. Vor der letzten Gruppenstunde war ich furchtbar aufgeregt, ob sie überhaupt Lust haben auf das, was ich anbieten kann, ob sie auf die Idee von Lukas einsteigen, der eine Weihnachtsbastelei mit Holz vorbereitet hat. Am Ende sind wir viel länger geblieben als geplant, die Mädchen waren draußen am werkeln, die Jungs haben drinnen umgeräumt und immer mehr erzählt und gefragt. „Können wir auch eine Reise machen?“ „Können wir auch mal Graffiti sprühen?“

Ich habe schon eine Liste angefangen und freue mich unglaublich darauf, alles mögliche vorzubereiten und zu sehen, wie es weiter geht. Mir schwirren unzählige Ideen im Kopf herum –  Theater spielen, Kostüme nähen, Umweltworkshops erarbeiten, Wände bemalen, Musik machen, gärtnern, interkulturellen Austausch schaffen. Also fangen wir einmal klein an, und sehen, was die Zeit mit sich bringt.

 
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