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3. Dezember

Wenn das Christkind unbedingt früher da sein muss

Wir werden von einem jungen Vater gebeten, seine kranke kleine Tochter zu besuchen. Gerade wurde sie vom Krankenhaus heimgeschickt. Der Vater wirkt verzweifelt und wir fahren nach der Versorgung der Kranken in unserer Ambulanz hier gleich raus. Wir erleben unsägliches Leid: die fünfjährige Kleida kauert in einer Ecke auf dem Sofa und schnappt nach Luft obwohl sie am Sauerstoffgerät hängt. Und gegenüber, links auf dem Sofa guckt mich ein kleiner Junge an, besser, er guckt durch mich durch. Der kleine Bruder ist schwerst behindert. Und Kleida leidet an einer Krankheit, die nun die Lunge kaputt gemacht hat. Eine Lungenentzündung mit multiresistenten Keimen hat ihr den Rest gegeben. Dies lese ich auf dem Entlassungspapier des Spitales. Keine Hilfe mehr möglich. Die kleine junge Familie ist völlig allein gelassen, ratlos, finanziell ruiniert sowieso. Kleida ist so schwach, dass sie nicht mehr sprechen kann. Es ist mir sofort klar, dass sie nicht mehr lange auf dieser Erde ist. So fahren wir heim und sagen dem Christkind, dass es sofort kommen muss. Die Kleine wünscht sich eine Puppe.

Nun, und das Christkind war vier Wochen früher da: ein herausgeputzter Christbaum und das Jesuskind von Betlehem legen wir darunter. Die Lichter und Kugeln aus Rot und Gold zaubern ein flüchtiges Lächeln auf das durchsichtige Gesichtchen von Kleida. Die Puppe lässt das kleine todkranke Mädchen wieder lächeln, sie wird lebendiger und beginnt die Puppe mit der kleinen Puppenbürste zu kämmen. Auch die Mama vergisst wohl für einen Augenblick den Tod im Zimmer.


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